Es ist Zeit. Zeit zu blühen. Deine Blütezeit. 

Zu lange schon hast du fest umschlungen in einer dunklen Knospe verbracht,

wo du den süßen Duft der Freiheit nur erahnen konntest. 

Doch die Lichtstrahlen, 

die immer wieder das zarte Grün 

zu durchdringen vermochten, 

gaben dir Kraft und Zuversicht,

dass es eines Tages noch heller und bunter werden könnte in dir,

dass du eines Tages ausbrechen würdest

aus dieser übermächtig erscheinenden dunklen Enge.

Du spürst die Magie des Moments.

Alle Kraft ballst du in dir und 

sprengst deine eigenen Grenzen um

farbenfroh

in aller Blütenpracht 

über dich hinauszuwachsen.

Du weißt, Deine Zeit ist Jetzt.

Komm. Es ist Zeit, Zeit zu blühen.  

SZ

Schon als Kind war ich fasziniert von der unendlichen Vielfalt an Blüten und Blumen in unserem Garten – da waren die kleinen Gänseblümchen, die mich wie kleine Sonnen bis heute anlachen, die wild wuchernden, duftenden tiefroten Rosen oder die zartlila Vergissmeinnichte, die zwischen kargem Gestein hervorlugten. Alle waren sie so verschieden, wechselten sich in Blütezeit, Frucht und Verblühen ab und erzählten mir von der rhythmischen Magie der Natur. 

 

Die Blütezeit als Metapher für menschliche Entwicklung hat mein Denken und Fühlen schon früh geprägt und ist für mich auch zentral für mein psychotherapeutisches Arbeiten. Wie auch wir wachsen die Pflanzen nicht schneller wenn man daran zieht – im Gegenteil - jede Blüte hat ihre ganz besondere Zeit und jede Entwicklung benötigt ihren ganz besonderen Raum. Wenn wir in diese Welt geboren werden, finden wir uns in einem größeren Ganzen wieder, unserem ganz persönlichen Garten. Wie dieser Garten aussieht, hängt von unseren individuellen Startbedingungen ab – er kann karg oder üppig sein, groß oder klein, geschützt oder ungeschützt, im Licht oder Schatten stehen. Wo wir hineingeboren werden, können wir vielleicht nicht beeinflussen. Was wir aber beeinflussen können, ist, was wir aus unserem inneren Garten machen. Die Zeit und die Aufmerksamkeit, die wir ihm widmen, werden einen Unterschied machen. Bei einigen Gärten wird es reichen, ab und an mal zu gießen und Unkraut zu jäten, um üppige Blüten hervorzubringen, andere wiederum müssen intensiver bearbeitet werden, um überhaupt einmal Gras wachsen zu sehen. 

 

Meiner Erfahrung nach entstanden die blühendsten Gärten und reichsten Früchte oft aus recht steinigen Ausgangsbedingungen, mitunter voller Zorn, Trauer oder Schmerz. Ihre Besitzer weigerten sich jedoch, den Garten steinig und brach liegen zu lassen. Sie gruben ihn um, jäteten Unkraut, gossen ihn häufig und reichlich, und engagierten eine externe Gärtnerin (eine/n Therapeuten/in) – nicht, um ihre Arbeit zu tun, sondern um die Richtung klar zu bekommen. Es braucht Zeit, manchmal mehrere Therapieeinheiten, bis der Garten dem Wesen seiner Besitzer entspricht. Aber wie schön ist es, zu sehen, wie er Schritt für Schritt neue Formen annimmt und die Welt im Gesamten schöner und reicher macht....

....und wenn es an der Zeit ist, dann begleite ich Sie gerne auch auf Ihrem Weg hin zu Ihrer ganz persönlichen Blütezeit.